Es ist gelungen, dieses außergewöhnliche Denkmal der europäischen Bernsteinhandwerkskunst zurückzukaufen. Die Kanone ist aus Bernstein und Gold gefertigt und mit Edelsteinen verziert. Sie entstand um 1660 in Danzig und kehrt nach Jahrhunderten in ihre Geburtsstadt zurück. Der Erwerb wurde aus Eigenmitteln des Museums von Danzig, mit Zuschüssen des Kulturministeriums sowie dank der Unterstützung des Flughafens Danzig und der Stiftung „Totalizator Sportowy“ finanziert.
Das Exponat traf im April 2025 in Danzig ein. Nach der Durchführung von Echtheitsprüfungen und Analysen durch externe Sachverständige begann das Museum den Prozess der Beschaffung von Finanzmitteln. Der Kauf wurde Ende Dezember 2025 abgeschlossen. Die Neuanschaffung kann jetzt in der Dauerausstellung des Bernsteinmuseums in Danzig bewundert werden.
„Die Kanone ist Teil des Erbes von Danzig, seines Handwerks, seiner Traditionen und seiner Identität. Gleichzeitig fügt sie sich in die langfristige Strategie ein, Danzig als Welthauptstadt des Bernsteins zu etablieren. Dank solcher Objekte können wir die Geschichte umfassender und überzeugender erzählen“, sagt Waldemar Ossowski, Direktor des Museums von Danzig.
Die Kanone wird Michael Schödelook zugeschrieben, einem der bedeutendsten Bernsteinkünstler des Danziger 17. Jahrhunderts. Von 1827 bis 1999 befand sie sich im Besitz des französischen Zweigs der einflussreichen Bankiersfamilie Rothschild. Während des Zweiten Weltkriegs wurde sie von Nazi-Deutschland beschlagnahmt, nach Kriegsende jedoch an ihre Eigentümer zurückgegeben. Im Jahr 2000 wurde sie bei Christie’s versteigert. Die Galerie Kugel in Paris bot sie erneut an, ursprünglich für 950.000 EUR; letztendlich wurde sie an das Danziger Museum für 650.000 EUR verkauft.